Arbeits(t)raum Grenze!

Grenzgänger*innen in Sachsen, Tschechien und Polen: Entwicklungspotenzial oder Herausforderung in der Praxis?

 

02. Juli 2018, Montag, 18 Uhr

KUNSTRAUM Dresden, Schützenplatz 1, 01067 Dresden

Eintritt frei

 

Podium & Gespräch

André Schnabel, Regionsgeschäftsführer, DGB- Bezirk Sachsen, Regionsgeschäftsstelle Dresden-Oberes Elbtal

Leona Bláhová, Beraterin, BABS – Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen, Dresden

Robert Eichinger, Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden (angefragt)

 

2014 sind die letzten Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien gefallen. Damit haben alle EU-Bürger das Recht, in jedem Mitgliedstaat zu arbeiten und zu leben, ohne aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit diskriminiert zu werden.

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist ein in Artikel 45 des Vertrages über die Funktionsweise der Europäischen Union verankerter Grundsatz, der allen EU-Bürger*innen das Recht gibt, in einem anderen Mitgliedstaat zu wohnen und zu arbeiten. Dabei gilt das Prinzip der Gleichbehandlung hinsichtlich des Zugangs zu Beschäftigung, Arbeitsbedingungen, Sozialleistungen und Steuervorteilen.

Eine verstärkte Mobilität der Arbeitskräfte - sowohl zwischen Tätigkeiten (berufliche Mobilität) als auch innerhalb von oder zwischen Ländern (geografische Mobilität) - wird als Beitrag gesehen zum wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt, zu einem hohen Beschäftigungsgrad und einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung. Sie versetzt die Wirtschaft, das Beschäftigungssystem und die Arbeitskräfte in Europa in die Lage, sich reibungsloser und effizienter an den Wandel anzupassen und den Wandel in einer wettbewerbsorientierten globalen Wirtschaft voranzutreiben:

Aber funktioniert das auch so in der Praxis? Wie sieht die Praxis aus mit zumeist tschechischen Arbeitskräften in Sachsen? Gibt es mittlerweile auch Grenzgänger von Sachsen nach Böhmen? Und wie kann man die Grenzdurchlässigkeit verbessern?

Der sich verschärfende Fachkräftemangel wird sich nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung im Grenzraum auswirken und zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Die Anzahl junger Erwerbstätiger wird sich langfristig gesehen verringern. Durch das Abwandern junger und gut ausgebildeter Personen in wirtschaftsstärkere Regionen wird der Bildungsgrad sinken. Diesem Trend muss durch geeignete grenzübergreifende Kooperationen zwischen Bildungssystem und Wirtschaft sowie den Arbeitsmarktakteuren entgegengewirkt werden. Grenzübergreifende Aus- und Weiterbildung mit speziell für den Grenzraum zugeschnittenen Anforderungen können unterstützend eingreifen und die Fachkräftesituation verbessern. Diese Ziele setzt sich auch das Kooperationsprogramm „Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2014-2020“, welches unter den Zielen von Europa 2020 entwickelt worden ist. Mittlerweile werben auch die sächsischen Arbeitsagenturen im tschechischen Grenzgebiet um Fachkräfte, um den Fachkräftemangel im Freistaat zu verringern.

Die grenzübergreifende Arbeitskräftemobilität ist erst schwach ausgeprägt und wird immer noch durch bestehende Sprachbarrieren und fehlende Informationen zur grenzübergreifenden Beschäftigung in Sachsen und Tschechien behindert. Was können Akteure hier tun, um den Bürger*innen den „fremden“ Arbeitsmarkt näher zu bringen?

 

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Bildung und Sprache als Barriere für Grenzgänger*innen bei der Arbeitssuche?

 

Kontakt

Europe Direct Informationszentrum (EDIC) Dresden
Schützengasse 16 – 18
01067 Dresden

Stefan Schneider

Tel.: 0351/20 87 24 09
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E-Mail: stefan.schneider(at)europa-in-dresden.de
In Kooperation mit

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