Am 9. Mai feiern wir jedes Jahr den Europatag
Dieser erinnert an die Schuman-Erklärung von 1950 und damit an die Anfänge europäischer Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Mittelpunkt stehen Frieden, Demokratie und Zusammenarbeit in Europa.
Gerade für Sachsen zeigt sich Europa aber nicht nur symbolisch, sondern ganz konkret im Alltag. Rund 3,2 Milliarden Euro aus EU-Strukturfonds fließen zwischen 2021 und 2027 in den Freistaat – etwa in Forschung, Innovation, Bildung, Klimaschutz oder den Strukturwandel in ehemaligen Kohleregionen. Gefördert werden unter anderem Projekte zur klimafreundlichen Luftfahrt in der Lausitz, nachhaltige Arzneimittelproduktion oder neue Bildungsstandorte.
Der Europatag erinnert uns daran, wie europäische Zusammenarbeit Regionen stärkt und Zukunftsinvestitionen in moderne Forschung bis hin zu Infrastruktur und Ausbildung direkt vor Ort in Sachsen ermöglicht.
Die EU-Kommission will grenzüberschreitende Bahnreisen mit einfacheren Buchungen, besseren Fahrgastrechten und mehr Transparenz attraktiver machen
Grenzüberschreitende Bahnreisen in Europa sind oft kompliziert: unterschiedliche Buchungssysteme, mehrere Tickets und eingeschränkte Fahrgastrechte machen viele Reisen unnötig aufwendig. Die Europäische Kommission möchte das ändern und hat neue Vorschläge für europaweit einfachere Reisebuchungen vorgestellt.
Künftig sollen Reisende Verbindungen verschiedener Bahnunternehmen einfacher vergleichen und in vielen Fällen mit nur einem Ticket buchen können. Gleichzeitig sollen Fahrgastrechte verbessert werden – etwa bei verpassten Anschlüssen oder Verspätungen auf Reisen mit mehreren Betreibern. Auch Ticketplattformen sollen transparenter werden und Reiseoptionen neutral darstellen.
Die Vorschläge sind Teil der europäischen Strategie für nachhaltige Mobilität und grenzüberschreitende Vernetzung. Ziel ist ein einfacher, transparenter und klimafreundlicherer europäischer Bahnverkehr.
Mit der neuen Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) will die EU den Gewässerschutz stärken und Abwasser künftig besser von Mikroschadstoffen wie Medikamentenrückständen reinigen lassen.
Dafür sollen größere Kläranlagen schrittweise um eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe erweitert werden.
Jedoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Finanzierung. Städte und Kommunen warnen vor hohen Investitionskosten von mehr als einer Milliarde Euro und möglichen steigenden Abwassergebühren. Die Richtlinie sieht vor, dass mindestens 80 Prozent der Kosten für die zusätzliche Reinigungsstufe nach dem Verursacherprinzip von Herstellern bestimmter Produkte, wie der Pharma- und Kosmetikindustrie, getragen werden sollen.
Auszeichnung für Verdienst in Europa
Zum ersten Mal wurde in Straßburg der Europäische Verdienstorden verliehen. Mit der Auszeichnung ehrt die EU Persönlichkeiten, die sich besonders für europäische Integration sowie die Grundwerte Europas eingesetzt haben. Zu den ersten Geehrten gehören unter anderem Angela Merkel, Wolodymyr Selenskyj, Lech Wałęsa sowie die Band U2.
Angela Merkel erinnerte in ihrer Rede an drei zentrale europäische Versprechen: Frieden, Wohlstand und Demokratie. Gleichzeitig warnte sie davor, dass diese Werte heute keineswegs selbstverständlich seien. Besonders die Verbreitung von Desinformation und der Umgang mit sozialen Medien und Künstlicher Intelligenz stellten Demokratien zunehmend vor Herausforderungen.
Der Europäische Verdienstorden wurde anlässlich des 75. Jahrestags der Schuman-Erklärung eingeführt und soll Menschen würdigen, die Europa und seine demokratischen Grundwerte geprägt haben.
Seh-Tipp WDR Europaforum
Unter dem Motto „Hard Times, Soft Power – Europas Rolle in der Weltunordnung“ diskutierten beim 28. Internationalen WDR Europaforum Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und Medienvertreter:innen über Europas Zukunft in einer zunehmend instabilen Welt. Themen waren unter anderem internationale Konflikte, Demokratie, wirtschaftliche Unsicherheiten und Europas Rolle zwischen den Großmächten USA, Russland und China.
Das Forum stellte dabei zentrale Fragen: Wie kann Europa seine Interessen vertreten? Wie gelingt Zusammenhalt in Zeiten wachsender Unsicherheit? Und wie kann die EU ihre demokratischen Werte und internationale Handlungsfähigkeit stärken?
Das Europaforum fand im Rahmen der re:publica in Berlin statt und wurde gemeinsam mit europäischen Institutionen organisiert.