Was ist passiert in der EU? Der Rückblick: März 2026

März 31, 2026 | Allgemein, Meldungen, Monatsrückblick

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Plenartagung im Ausschuss der Regionen: Sächsische Vertreter fordern in Brüssel Mitbestimmung bei EU-Haushalt, Chemie und Autoindustrie

Bei der Plenartagung des Ausschusses der Regionen im März machten sich die sächsischen Vertreter Staatsminister a.D. Thomas Schmidt und Staatsminister a.D. Martin Dulig für eine starke regionale Mitbestimmung stark. Sie sprachen sich deutlich gegen eine zentrale Verwaltung von EU-Fördergeldern aus Brüssel oder Berlin aus. Damit Innovationen genau dort entstehen, wo sie gebraucht werden, müsse die Entscheidungsgewalt über finanzielle Mittel weiterhin vor Ort in den Regionen liegen.

Zusätzlich forderte die Delegation bessere Bedingungen für den Industriestandort Sachsen. Um die technologische Unabhängigkeit zu sichern, brauche es weniger Bürokratie und wettbewerbsfähige Energiepreise – besonders für die chemische Industrie, die eine Schlüsselrolle für das „Silicon Saxony“ spielt. Auch beim Wandel der Automobilindustrie drängte Sachsen auf mehr Technologieoffenheit und gezielte finanzielle Unterstützung, um wertvolle Arbeitsplätze und die regionale Wertschöpfung langfristig in Europa zu halten.

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Die Oberlausitz als Standort für das einzigartige Einstein-Teleskop

Albert Einstein postulierte vor über 100 Jahren in der Allgemeinen Relativitätstheorie, dass Gravitation eine Krümmung in der Raumzeit ist. Was abstrakt klingt, kann man inzwischen messen: mit einem Gravitationswellenteleskop, der winzige Erschütterungen in der Raumzeit misst.

Ein solches Teleskop soll in der Europäischen Union gebaut werden, um zu grundlegenden Fragen in der Astrophysik Antworten zu finden. Als geeignete Standorte für das Einstein-Teleskop bewerben sich nun die Rhein-Maas Region im Dreiländer-Eck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden, Sardinien und die Oberlausitz um den Bau des ET. Der Freistaat Sachsen und die Region Sardinien haben sich auf eine Zusammenarbeit verständigt und wollen sich gegenseitig bei der Bewerbung unterstützen (Quelle).

Nicht nur für die Wissenschaft wäre der Bau des Teleskops in der Lausitz ein Gewinn, er würde auch zur regionalen Entwicklung beitragen. Er würde neue hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region schaffen und die Spitzenklasse aus Forschung, Technologie und Industrie anziehen.

Das Teleskop ist ein gemeinschaftliches Projekt mehrerer europäischer Staaten, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Entscheidung über den Standort des Einstein-Teleskops wird voraussichtlich noch in diesem oder nächsten Jahr getroffen, wobei die Entscheidung nicht leichtfallen wird. Das Teleskop ist eines der bedeutendsten Forschungsprojekte in Europa der kommenden Jahrzehnte und wird die Wissenschaft maßgeblich prägen (Quelle).

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Oscars 2026: EU-geförderter Film „Sentimental Value“ als bester internationaler Spielfilm ausgezeichnet

Bei der 98. Oscar-Verleihung hat der von der EU geförderte Film „Sentimental Value“ von Joachim Trier den Preis in der Kategorie „Bester internationaler Spielfilm“ gewonnen.

Das Familiendrama von Joachim Trier war in insgesamt neun Kategorien nominiert. Die Koproduktion aus Norwegen, Dänemark, Schweden, Deutschland und Frankreich handelt von einer dysfunktionalen Familie, in der der Vater Gustav nach Jahren der Abwesenheit versucht, wieder Kontakt zu seinen beiden Töchtern aufzunehmen.

Die Europäische Kommission hat über das Programm „Kreatives Europa – MEDIA“ mehr als 4 Millionen Euro bereitgestellt, um die Entwicklung und den Vertrieb hochwertiger Filme zu fördern. Das MEDIA-Programm unterstützt seit 35 Jahren europäische audiovisuelle Inhalte, fördert die kulturelle Vielfalt und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Der Erfolg des MEDIA-Programms ebnet den Weg für das vorgeschlagene Programm AgoraEU, das den audiovisuellen Sektor weiter unterstützen soll.

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Die EU sucht neue Partner – Freihandelsabkommen zwischen Australien und der EU

Wenn alte Partner nicht mehr zuverlässig sind, muss man sich eben neue suchen. Das hat die EU längst erkannt, und sich neben südamerikanischen Partnern durch das MERCOSUR-Abkommen auch Freunde in Ozeanien gemacht. Seit 2018 verhandelte die EU mit Australien über einen leichteren gegenseitigen Zugang zu ihren Märkten. Nach achtjährigen Gesprächen war es nun soweit: Am Montag unterzeichneten Kommissionspräsidentin von der Leyen und der australische Regierungschef Albanese das Abkommen. Die EU erhofft sich durch die neu entstandene Freihandelszone vor allem einen sicheren Zugang zu Rohstoffen wie Lithium. Besonders die Auto- und Maschinenbauindustrie könnte von diesem Abkommen profitieren. Fast alle Zölle zwischen Australien und der EU werden abgeschafft, was den Warenexport der EU nach Australien rund ein Drittel steigern könnte.

Im gleichen Atemzug mit dem Handelsabkommen gründen die beiden Vertragspartner außerdem eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft. Sie wollen damit vor allem in den Bereichen Cybersicherheit und Bekämpfung gegen ausländische Informationsmanipulation kooperieren.

Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, muss es noch von den Parlamenten ratifiziert werden.

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Während der Ausbildung ins Ausland? MeinAuslandspraktikum zeigt euch, wie es geht!

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mobilitätsnetzwerkes Eurodesk finden eine Reihe von Online-Vorträgen statt, in denen das Netzwerk gemeinsam mit Gästen Auslandsprogramme präsentieren.

Am 28. April wird der Fokus auf Auslandsmöglichkeiten während der Ausbildung gelenkt – Erasmus ist nicht nur für Studierende!

Die Teilnahme zum online Vortrag ist kostenlos und muss nicht angemeldet werden.  Mehr Informationen zur Veranstaltung und Eurodesk sind in unserem Veranstlatungskalender zu finden.