Was ist passiert in der EU? Der Rückblick: Februar 2026

März 5, 2026 | Allgemein, Monatsrückblick

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Erzgebirgischer Weihnachtsschmuck goes Europe

Auf der jährlich stattfindenden Messe „Christmasworld“ für Weihnachtsschmuck und Dekoration in Frankfurt wurde auch in diesem Jahr sächsische Holzkunst einem internationalen Publikum vorgestellt.
Insgesamt vertraten rund 20 Betriebe die sächsische Handwerkstradition und brachten unter anderem die typischen Sterne, Räuchermännchen und Schwibbögen mit. Unterstützt werden insbesondere kleine Manufakturen vom Freistaat Sachsen, denen durch die Beteiligung des Landes ein größerer Zugang zu solchen Fachveranstaltungen ermöglicht wird.

Besonders im Hinblick auf die aktuelle Handelspolitik gewinnt der europäische Markt für sächsische Handwerksbetriebe massiv an Bedeutung. Da Exportmärkte wie die USA durch Zölle zunehmend unberechenbar und herausfordernd geworden sind, richten viele Manufakturen ihren strategischen Fokus verstärkt auf die Europäische Union. Der zollfreie Handel und die kulturelle Nähe innerhalb Europas bieten den Betrieben eine verlässliche Plattform, um handwerkliche Qualität und regionale Identität erfolgreich zu vermarkten. Die Messe unterstrich deutlich, dass die Stärkung innereuropäischer Handelsbeziehungen für das sächsische Kunsthandwerk derzeit die wichtigste Strategie ist, um globale Marktschwankungen auszugleichen und nachhaltig zu wachsen.

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Gedenken der Bombenangriffe auf Dresden

Anlässlich des 81. Jahrestages der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 erinnerte die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, an die Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In ihrem Statement betonte sie, dass Dresden beispielhaft für eine Geschichte stehe, die von tiefen Brüchen, aber auch von Wiederaufbau und kultureller Kraft geprägt ist. Die traditionelle Menschenkette und die zahlreichen Gedenkveranstaltungen im Stadtgebiet fungierten dabei erneut als starke Symbole für Demokratie und gesellschaftliches Miteinander. Ziel des gemeinsamen Gedenkens war es zudem, ein klares Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen und jeder Form von politischer Instrumentalisierung des Tages entschieden entgegenzutreten.

Dieses Gedenken trägt jedoch auch einen tiefen europäischen Kern. Das Ende des Zweiten Weltkriegs kennzeichnete einen Wendepunkt in der Geschichte unseres Kontinents. Aus den Trümmern und der totalen Vernichtung erwuchs die Erkenntnis, dass dauerhafter Frieden in Europa nur durch eine enge wirtschaftliche und politische Verflechtung möglich ist.

Das Leid dieses Krieges wurde so zum Grundstein der Europäischen Gemeinschaft: Ehemalige Erbfeinde reichten sich die Hand, um eine Union zu schaffen, die heute auf Werten wie Freiheit, Solidarität und Rechtsstaatlichkeit basiert.

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Mehr Sicherheit im Netz: Zwei Jahre EU-Gesetz über digitale Dienste

Seit zwei Jahren gilt in der EU das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act). Es verpflichtet große Online-Plattformen wie soziale Netzwerke, Online-Marktplätze oder App-Stores zu mehr Transparenz und Verantwortung. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das unter anderem: Werbung muss klar gekennzeichnet sein, illegale Inhalte können einfacher gemeldet werden und Plattformen müssen erklären, warum Inhalte entfernt werden. Besonders Minderjährige sollen stärker geschützt werden – etwa durch ein Verbot personalisierter Werbung für Kinder.

Die Europäische Kommission überwacht vor allem die größten Plattformen und hat bereits mehrere Verfahren eingeleitet. Dazu gehören Untersuchungen gegen TikTok wegen möglicher suchtverstärkender Gestaltung, gegen X wegen seines Empfehlungssystems sowie gegen den Online-Händler Shein wegen möglicher Verstöße bei Transparenz und Produktsicherheit. Wenn Plattformen gegen die Regeln verstoßen, drohen Geldstrafen von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes (Quelle).

Auch Bürgerinnen und Bürger können aktiv werden: In Deutschland ist die Bundesnetzagentur der sogenannte „Koordinator für digitale Dienste“. Sie überwacht die Einhaltung der Regeln und ist die zentrale Anlaufstelle, wenn Nutzerinnen und Nutzer vermuten, dass eine Plattform gegen das Gesetz über digitale Dienste verstößt.

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Europa steht zur Ukraine – auch vier Jahre nach Kriegsbeginn

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bekräftigt die Europäische Union ihre anhaltende Unterstützung für das Land. Seit 2022 hat die EU gemeinsam mit ihren Mitgliedstaaten umfangreiche politische, wirtschaftliche, humanitäre und militärische Hilfe bereitgestellt und die Ukraine auf ihrem Weg Richtung EU begleitet (Quelle).

Die Unterstützung umfasst unter anderem Finanzhilfen für den ukrainischen Staat, humanitäre Hilfe für die Bevölkerung sowie Maßnahmen zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung der Wirtschaft. Insgesamt beläuft sich die europäische Unterstützung mittlerweile auf rund 195 Milliarden Euro.

Auch politisch bleibt die EU an der Seite der Ukraine. Bei einem Treffen in Kyjiw zum Jahrestag des Kriegsbeginns betonte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass Europa die Ukraine weiterhin unterstützen werde – politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch – solange es notwendig ist.

Weiterführende Informationen zu den bishrigen Hilfeleistungen der EU an die Ukraine im Überblick erhalten Sie hier.

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EU in der Wohnungskrise: Antworten der Kommission

Bezahlbarer Wohnraum wird in vielen europäischen Städten zunehmend knapp. Steigende Baukosten, Fachkräftemangel, Lieferprobleme und stark wachsende Mieten sorgen dafür, dass Wohnungen für viele Menschen kaum noch erschwinglich sind. Besonders Studierende, Familien und ältere Menschen spüren diese Entwicklung deutlich.

Um über mögliche Lösungsansätze zu sprechen, laden die EUROPE DIRECT Zentren in Deutschland am 17. März zwischen 18 und 20 Uhr zu einer gemeinsamen Online-Veranstaltung ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle die Europäische Union bei der Förderung von bezahlbarem Wohnraum spielen kann.

Als Referent spricht Stefan Moser von der Task Force Housing der Europäischen Kommission über aktuelle Entwicklungen auf dem europäischen Wohnungsmarkt und mögliche politische Ansätze, um langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum in Europa zu schaffen.

Es wird um Anmeldung per E-mail an ed@europa-haus-leipzig.de gebeten.