Wir handeln gemeinsam – Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge

Am heutigen Internationalen Tag zur Katastrophenvorsorge startet die Europäische Union eine neue Zivilschutzkampagne. Unter dem Motto „Wir Handeln Gemeinsam: Heute vorbereiten, bereit für morgen sein.“ macht die internationale Kampagne auf die Bedeutung von Katastrophenvorsorge und europäischer Solidarität in Notfällen aufmerksam – zum Schutz von Menschen, Gemeinschaften und Natur in Deutschland und der gesamten EU.
In Zeiten, in denen klimabedingte Katastrophen an Ausmaß und Komplexität zunehmen, ist Vorsorge wichtiger denn je. In ganz Europa haben Waldbrände bereits mehr als 669.000 Hektar im Jahr 2026 zerstört und damit die Fläche zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2025 übertroffen – dem schlimmsten Waldbrandjahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Überschwemmungen haben ebenfalls verheerende Folgen für Menschen und Infrastruktur und verursachen jährlich geschätzte wirtschaftliche Verluste von 8,6 Milliarden Euro für die Europäische Union.
Vor diesem Hintergrund lenkt die EU-Kampagne „Wir Handeln Gemeinsam“ die Aufmerksamkeit auf die Arbeit, die lange vor einem Notfall geleistet wird, bevor dieser die Schlagzeilen beherrscht. Von Risikomonitoring und Frühwarnung bis hin zu gemeinsamen Übungen – all dies trägt dazu bei, eine schnelle und koordinierte Reaktion zu ermöglichen.
Zum Hintergrund: Deutschland hat allein in diesem Jahr die europäischen Partner mehrfach beim Katastrophenschutz unterstützt. Für den Einsatz gegen Waldbrände entsandte Nordrhein-Westfalen beispielsweise ein spezialisiertes Team in die spanische Provinz Zamora. Und auch bei den Bränden in Frankreich hat Deutschland im Sommer geholfen – zum Beispiel mit 40 Soldatinnen und Soldaten.
Neben Naturgefahren wie Überschwemmungen und Waldbränden muss sich Europa heute auf ein viel breiteres Spektrum an Risiken vorbereiten, darunter Gesundheitskrisen, Stromausfälle, Cyberangriffe und geopolitische Bedrohungen. Angesichts dieser zunehmend komplexen Risikolandschaft verstärkt die EU ihre Bemühungen, die Vorsorge und Widerstandsfähigkeit in ganz Europa zu stärken.
Im Rahmen des EU-Haushalts für 2021–2027 wurden 3,6 Milliarden Euro für den EU-Katastrophenschutzmechanismus bereitgestellt, um Ländern dabei zu helfen, ihre Kapazitäten zu stärken und vor, während und nach Katastrophen effektiver zusammenzuarbeiten. Diese Bemühungen tragen auch zur umfassenderen Preparedness Union Strategy der EU bei, die im März 2025 verabschiedet wurde und darauf abzielt, die Fähigkeit der EU zu stärken, eine breite Palette von Bedrohungen und Krisen vorherzusehen, zu verhindern und darauf zu reagieren. Die Strategie unterstützt die nationalen Vorsorgemaßnahmen durch verbesserte Koordination und Effizienz, während sie gleichzeitig eine Kultur der Widerstandsfähigkeit durch die Einbeziehung von Behörden, Rettungsdiensten, Unternehmen und Bürgern fördert.