Monatsrückblick Oktober 2026

Was hat Sachsen und Europa im Oktober bewegt? Von europäischer Rohstoffpolitik im Erzgebirge über neue Chancen für junge Menschen bis hin zu den Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt und einer engeren Partnerschaft mit Kanada: Wir blicken auf wichtige Entwicklungen des Monats zurück.

Außerdem werfen wir einen Blick nach vorn: Im November startet mit der Bekanntgabe der nominierten Filme die nächste Runde des LUX-Publikumspreises.

Sächsischer Bürgerpreis würdigt herausragendes ehrenamtliches Engagement

Zum 16. Mal wurde in der Dresdner Frauenkirche der Sächsische Bürgerpreis verliehen. In fünf Kategorien zeichnet der Preis Menschen und Initiativen aus, die sich ehrenamtlich für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Heimat, Umwelt oder globale Verantwortung einsetzen. Jede der Auszeichnungen ist mit 5.000 Euro dotiert.

Einen besonderen Europabezug hatte in diesem Jahr die Kategorie Demokratie: Ausgezeichnet wurde Annika Fleischer aus Leipzig, seit 2024 ehrenamtliche Landesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten Sachsen. Gewürdigt wurde ihr Engagement für europäische und demokratische Bildungsarbeit sowie die Beteiligung junger Menschen. Dazu entwickelt und organisiert sie unter anderem Planspiele, Workshops, Bürgerdialoge, Europafeste und Jugendbegegnungen.

Kritische Rohstoffe: EU-Kommission erklärt Lithiumabbau in Zinnwald zum strategischen Projekt

Die Europäische Kommission hat das geplante Lithiumprojekt in Zinnwald im Osterzgebirge als eines von 46 neuen strategischen Rohstoffprojekten in 16 EU-Mitgliedstaaten ausgewählt. Acht davon liegen in Deutschland. Lithium zählt zu den Rohstoffen, die unter anderem für Batterien und Energiespeicher benötigt werden und bei denen Europa bislang stark von Importen abhängig ist. Mit dem Critical Raw Materials Act will die EU ihre Bezugsquellen breiter aufstellen und mehr kritische Rohstoffe innerhalb Europas gewinnen, verarbeiten und recyceln.
Die Einstufung bedeutet allerdings keine Genehmigung für den Abbau. Der Status als strategisches Projekt soll vielmehr die nationalen Genehmigungsverfahren priorisieren und beschleunigen sowie den Projektträger bei der Suche nach Finanzmitteln und möglichen Abnehmern unterstützen. Ob und unter welchen Bedingungen in Zinnwald tatsächlich Lithium abgebaut werden darf, wird weiterhin in den zuständigen deutschen und sächsischen Genehmigungsverfahren entschieden. 

400 sächsische Auszubildende bewerben sich auf 250 kostenlose Interrailticket über #saxorail

Mit #saxorail verlost die Sächsische Staatskanzlei in diesem Jahr 250 Interrail-Tickets an Auszubildende mit Hauptwohnsitz in Sachsen. Mehr als 400 junge Menschen haben sich nach Angaben des offiziellen #saxorail-Auftritts für die aktuelle Runde beworben.

Die Gewinner können zwischen Dezember 2026 und November 2027 an 15 aufeinanderfolgenden Tagen mit dem Zug durch Europa reisen. Vor Reisebeginn nehmen sie außerdem an einem verpflichtenden Auftaktseminar teil. Die sächsische Kampagne greift damit die Idee des europäischen DiscoverEU-Programms auf und ermöglicht jungen Menschen, Europa durch eigene Reiseerfahrungen zu entdecken. 

Ringen um neuen EU-Haushalt

Wie viel Geld soll die Europäische Union in den kommenden sieben Jahren ausgeben – und wofür? Über diese Fragen haben die Staats- und Regierungschefs Mitte Oktober erneut beraten. Für den Mehrjährigen Finanzrahmen von 2028 bis 2034 schlägt die Europäische Kommission ein Volumen von rund 1,8 Billionen Euro vor. Deutschland und weitere Nettozahler wie die Niederlande, Österreich, Schweden, Dänemark und Finnland fordern dagegen deutliche Kürzungen.
Gestritten wird aber nicht nur über die Gesamthöhe, sondern auch über die Verteilung. Die Kommission möchte unter anderem mehr Mittel für Wettbewerbsfähigkeit, Bildung, Digitalisierung, Verteidigung und Sicherheit vorsehen. Staaten, die stark von Agrar- und Strukturförderung profitieren, warnen dagegen vor Einschnitten bei Landwirtschaft, Infrastruktur und der Unterstützung strukturschwächerer Regionen. Eine Einigung gab es beim Oktober-Gipfel noch nicht.

Gipfeltreffen EU-Kanada

Beim 21. EU-Kanada-Gipfel in Montreal wollen die Europäische Union und Kanada ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Geplant ist eine „Alliance for the Future“, die unter anderem Handel und wirtschaftliche Sicherheit, kritische Rohstoffe, Digitalisierung, Verteidigung, Forschung, Bildung und Jugend umfassen soll. Kanada und die EU arbeiten bereits heute eng zusammen und sind unter anderem über das Freihandelsabkommen CETA miteinander verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit erhält ein Vorschlag von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Kanada könnte künftig als erstes „assoziiertes Mitglied“ der EU eine neuartige und besonders enge Form der Partnerschaft erhalten. Wie dieser bislang nicht bestehende Status konkret ausgestaltet werden soll, ist allerdings noch offen und soll gemeinsam mit Kanada und den EU-Mitgliedstaaten weiterentwickelt werden.

LUX Filmpreis: Bekanntgabe der fünf nominierten Filme für 2027 am 25. November 2026

Am 25. November 2026 startet im Europäischen Parlament in Straßburg die nächste Runde des LUX-Publikumspreises. Dort werden die fünf Filme bekannt gegeben, die für die Ausgabe 2027 nominiert sind. Anschließend beginnt die Publikumsphase, in der Bürger in ganz Europa die Filme ansehen und selbst bewerten. Die Stimmen des Publikums und der Mitglieder des Europäischen Parlaments fließen jeweils zur Hälfte in die Entscheidung über den Gewinnerfilm ein.
Im Mittelpunkt stehen europäische Filme, die aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen aufgreifen und Debatten über Themen wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Vielfalt und Meinungsfreiheit anregen. Alle nominierten Filme werden in die 24 Amtssprachen der EU untertitelt und bei kostenlosen Vorführungen in den Mitgliedstaaten gezeigt.
Auch EUROPE DIRECT Dresden wird die nominierten Filme im Frühjahr 2027 wieder kostenlos im Thalia Cinema Dresden zeigen. Informationen zu den einzelnen Filmen und den Dresdner Vorführungsterminen folgen, sobald das Programm feststeht.