11 Millionen Euro für 13 neue Interreg-Projekte: Sachsen und Tschechien stärken gemeinsamen Grenzraum
Im Interreg-Programm Sachsen–Tschechien wurden 13 neue Projekte mit insgesamt 11,07 Millionen Euro aus dem EFRE bewilligt. Gefördert werden Vorhaben in zentralen Zukunftsbereichen wie Wasserstofftechnologie, Grundwasserschutz, Katastrophenschutz, Natur- und Artenschutz, Umweltbildung, nachhaltiger Tourismus, Kulturerbe, Weiterbildung und Verwaltungszusammenarbeit.
Beispielsweise sollen in Chemnitz und Ústí zwei miteinander vernetzte Wasserstoff-Hubs entstehen. Sie sollen Unternehmen, Forschung und Verwaltung zusammenbringen, vorhandenes Wissen bündeln und neue gemeinsame Projekte im Bereich Wasserstofftechnologie anstoßen.
Die TU Bergakademie Freiberg, die Karls-Universität Prag und der Tschechische Geologische Dienst untersuchen gemeinsam eine tektonische Verwerfungszone im Osterzgebirge. Ziel ist es, die geologischen Strukturen und Grundwasserverhältnisse besser zu verstehen und mögliche Auswirkungen großer Infrastruktur- oder Bergbauprojekte frühzeitig einschätzen zu können.
Zwischen der Region Liberec und dem Landkreis Görlitz soll die grenzüberschreitende Umweltbildung weiter ausgebaut werden. Dafür werden unter anderem Schulen, Hochschulen, Umweltbildungseinrichtungen und Verwaltungen stärker miteinander vernetzt und gemeinsame Bildungsangebote und Strategien entwickelt.
Seit Beginn der Förderperiode wurden bereits 122 Projekte mit rund 133 Millionen Euro EFRE-Mitteln unterstützt.
Eröffnung der neuen Chipfabrik von Infineon in Dresden
Am 2. Juli 2026 eröffnet Infineon in Dresden die neue Smart Power Fab. Sie erweitert den bestehenden Standort und ist eines der größten aktuellen Industrieprojekte Deutschlands. Infineon investiert rund 5 Milliarden Euro, davon stammt etwa 1 Milliarde Euro aus staatlicher Förderung, bewilligt durch die Europäische Kommission nach dem europäischen Beihilferecht.
Die Fabrik soll Europas technologische Unabhängigkeit stärken. Produziert werden vor allem Leistungshalbleiter, die unter anderem für Elektroautos, erneuerbare Energien, Industrieanlagen und KI-Rechenzentren benötigt werden. Damit ist das Werk auch ein wichtiger Baustein für die europäische Strategie, bei Schlüsseltechnologien unabhängiger von außereuropäischen Lieferketten zu werden.
Für Dresden entstehen rund 1.000 neue Arbeitsplätze, überwiegend für Fachkräfte sowie Ingenieur:innen. Schon heute beschäftigt Infineon am Standort rund 4.000 Menschen aus 50 Nationen. Die Eröffnung steht zugleich für den weiteren Ausbau Dresdens als europäisches Zentrum der Halbleiterindustrie. Neben Infineon investieren auch TSMC/ESMC und GlobalFoundries stark in der Region. Das Branchennetzwerk Silicon Saxony erwartet, dass die Zahl der Beschäftigten in Mikroelektronik und Software in Sachsen bis 2030 auf rund 100.000 steigen könnte.
EU-Parlament stärkt Recht von Flugreisenden
Das Europäische Parlament hat sich auf stärkere Fluggastrechte verständigt. Bestehende Ansprüche bei Verspätungen, Annullierungen und Nichtbeförderung bleiben erhalten, gleichzeitig sollen Erstattungen und Entschädigungen einfacher und schneller werden.
Die bestehenden Kernrechte bleiben erhalten, werden aber in mehreren Punkten erweitert und vereinfacht. So werden Erstattungen einfacher und schneller. Zudem wird es zukünftig erlaubt sein einen persönlichen Gegenstand wie einen kleinen Rucksack oder eine Tasche kostenlos an Bord mitzunehmen. Des Weiteren sollen Flugpreise transparenter und vergleichbarer gemacht werden. Zuletzt wird der Schutz von Familien und Menschen mit Behinderungen und/ oder eingeschränkter Mobilität gestärkt.
Die genauen Regelungen, Fristen und Entschädigungshöhen sind der Mitteilung des Europäischen Parlaments zu entnehmen.
Süchtig machendes Design von Meta-Diensten: Kommission veröffentlicht vorläufiges Ergebnis
Die EU-Kommission untersucht Meta seit 2024 wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA). Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem der Schutz von Minderjährigen, mögliche suchtfördernde Mechanismen auf Facebook und Instagram sowie sogenannte „Rabbit-Hole-Effekte“ durch Empfehlungsalgorithmen. Auch Metas Maßnahmen zur Alterskontrolle und zum Schutz junger Nutzer:innen werden geprüft.
Nun ist die Kommission vorläufig zu dem Ergebnis gekommen, dass Meta die Risiken des Designs von Facebook und Instagram für die körperliche und psychische Gesundheit der Nutzer:innen nicht ausreichend bewertet und begrenzt hat. Besonders im Fokus stehen Funktionen wie Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und stark personalisierte Empfehlungssysteme.
Aus Sicht der Kommission könnten deshalb Änderungen am Plattformdesign notwendig werden, wie etwa die standardmäßige Deaktivierung bestimmter Funktionen, wirksame Bildschirmpausen oder weniger stark auf Interaktion optimierte Empfehlungen.
Damit ist die Untersuchung jedoch nicht abgeschlossen. Meta kann zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Erst danach entscheidet die Kommission endgültig über mögliche Verstöße und weitere Maßnahmen. Sollte sich der Verstoß bestätigen, drohen Meta Geldbußen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes sowie verpflichtende Änderungen an Facebook und Instagram.
10. Gastmahl “Dresden is(s)t bunt” am 31. August 2026
Am 31. August 2026 lädt das Gastmahl „Dresden is(s)t bunt“ bereits zum zehnten Mal auf den Dresdner Neumarkt ein. Von 16 bis 20 Uhr entsteht vor der Frauenkirche eine mehrere hundert Meter lange Tafel, an der Vereine, Initiativen, migrantische Communities, Kulturinstitutionen, Unternehmen, Hochschulen, Religionsgemeinschaften und Bürger:innen zusammenkommen. Internationale Speisen, Musik, Kultur und Mitmachangebote schaffen Raum für Begegnung und Austausch. Seit 2016 setzt die Veranstaltung damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Weltoffenheit, Gastfreundschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Dresden.
Lausitz Festival 2026: Drei Wochen Kunst und Kultur im Herzen Europas
Das Lausitz Festival 2026 bietet zwischen dem 25. August bis 13. September ein vielseitiges Programm aus Theater, Musik, Literatur, Kunst und Philosophie. Das diesjährige Inspirationswort lautet „geschöpferisch“. Das Festival bringt Kulturschaffende aus Deutschland und dem internationalen Raum zusammen. Getragen wird es von der Lausitz Festival gGmbH; unterstützt wird die Festivalstruktur vom Bund sowie den Ländern Sachsen und Brandenburg. Veranstaltungen finden an verschiedenen Spielorten in der Lausitz statt – unter anderem in Görlitz, Cottbus und weiteren Orten in Sachsen und Brandenburg.
Das Festival versteht Kultur als Begleiter des Strukturwandels in der Lausitz. Mit internationalen künstlerischen Perspektiven, Begegnungen und Debatten soll der Austausch über die Zukunft der Region gerade in einer Landschaft, die durch Grenzen, Transformation und europäische Verflechtungen geprägt ist, gestärkt werden.